Bumerang

Problemstellung:

In den heterogenen Lerngruppen der IGS kommt es häufig und über einen längeren Zeitraum zu Störungen, Auseinandersetzungen und Auffälligkeiten, die in der Regel von einzelnen oder wenigen Schülerinnen und Schülern (SuS) einer Klasse ausgehen. Dieser Umstand verhindert das ungestörte und konzentrierte Lernen der restlichen Lerngruppe und bindet viel Energie und Aufmerksamkeit der Lehrerinnen und Lehrer (LuL).

Pädagogische Maßnahmen, Klassenkonferenzen, Querversetzungen oder Ordnungsmaßnahmen sind oft nur kurzfristige Handlungsmöglichkeiten, um dem Verhalten der o.g. SuS zu begegnen, ohne dieses mittel- oder langfristig zu verändern. Zudem sind die betroffenen Eltern in vielen Fällen nicht kooperativ.

Umsetzungsidee:

Mit der schulinternen „Bumerang-Gruppe“ soll es den auffälligen SuS ermöglicht werden, in einer kleinen Lerngruppe unter Aufsicht einer Lehrkraft, Ubus und Förderschullehrkraft, für einen abgesteckten Zeitraum jeden Tag für 2 Schulstunden eng betreut zu werden.

Die Teilnahme an der Bumerang-Gruppe ist in Absprache mit der Klassenleitung, der Stufenleitung, der Schulleitung zu treffen und eventuell zu priorisieren.

Die Gruppe soll sich jeden Tag in der dritten und vierten Stunde in der Bibliothek einfinden.

Zielsetzung:

  • Entspannung des täglichen Lernens in den Jahrgängen – für die SuS und LuL
  • Bündelung der „pädagogischen Energie“ der Schule
  • Temporäre intensive Förderung von SuS, um ihnen wieder die Teilhabe und Erfolgserlebnisse im Klassenverband zu ermöglichen.
  • Möglichkeit der Reintegration in den Unterricht nach einem bestimmten Zeitraum
  • Tägliche Integration in den Unterricht (in den ersten und letzten 2 Fachstunden)
  • Reintegration nach einem bestimmten Zeitraum in den Unterricht
  • Durchbrechung der Negativspirale Fehlverhalten→Maßnahme→Fehlverhalten→Maßnahme→…

Ziel- und Fördergruppe:

  • SuS mit besonders herausforderndem Verhalten, die in der Klassensituation nicht zielführend gefördert werden können und auch den Unterricht massiv stören, so dass die ganze Lerngruppe darunter leidet.
  • Maximal 6-8 SuS
  • In der Regel Klassenstufen 5-7

Aufnahmebedingungen in die Bumerang-Gruppe

  • Klassenkonferenzbeschluss
  • Elterngespräch über die Maßnahme der Bumerang-Gruppe mit Klassenleitung, BFZ-Lehrkraft und Stufenleitung/Schulleitung.
  • Elterliche Einverständniserklärung
  • Prüfung (Voraussetzungen erfüllt, Platz verfügbar, Warteliste, Priorität)
  • Ziel- und Auftragsklärung vor Aufnahme in die Bumerang-Gruppe, ggf. Hinzuziehen weiterer Unterstützungssysteme
  • Förderziele und Fördermaßnahmen werden im Rahmen einer Förderplanung klar definiert

Ausgestaltung der Bumerang-Zeit

Die Maßnahme hat einen ausdrücklichen Fördercharakter. Die SuS werden durch die enge Betreuung konstruktiv, regelmäßig und ritualisiert darauf vorbereitet dabei begleitet, wieder am Unterricht teilnehmen zu können.

Zwei Schulleitungsmitglieder begleiten im Wechsel die Bumerang-Gruppe. Dies wird ergänzt durch eine BFZ- und UBUS-Kraft.

 MontagDienstagMittwochDonnerstagFreitag
BetreuerZensNolteZensNolteBaumgärtner
InhaltEPU/FachFachFachProjektKüche

Die SuS müssten täglich ein Feedback aus dem Regelunterricht einholen. Sollte dieses über einen längeren Zeitraum gut sein, können die SuS wieder am gesamten Unterricht teilnehmen.

Mindestzeitraum der Maßnahme sind 3 Wochen.

Es wird jeden Tag ritualisiert mit einem Sitzkreis begonnen. Es folgt ein Ablauf mit Lernzeit- und Fachaufgaben, EPU-, Bewegungsangeboten, Antiaggressionstrainings, Sozialtraining, Kommunikationsübungen und handlungsorientierten Aufträgen, die teilweise für die Schulgemeinschaft sicht- und nutzbar werden. Fachaufgaben nehmen ca. 60 Minuten in Anspruch. Hierzu sind die Lernzeitordner und -materialien mitzuführen.

Es finden regelmäßige Gespräche mit dem Bumerang-Personal, den Eltern und den Klassenlehrer*innen statt.

Als Raum soll die Bibliothek, die Küche (freitags) und das Tonstudio dienen.

Zeitstruktur

 MoDiMiDoFr
8:30-10:00 UhrIn den ersten 2 Fachstunden arbeiten die SuS in ihrer Klasse mit und bekommen immer ein Feedback von den LuL, das sie in die Bumerang-Gruppe mitbringen.
10:30-12:00 UhrBumerang-Gruppe
12:45-14:15 UhrIn den letzten 2 Fachstunden arbeiten die SuS in ihrer Klasse mit und bekommen immer ein Feedback von den LuL, das sie in die Bumerang-Gruppe mitbringen.

Abschluss der Bumerang-Zeit

Sollten die SuS über einen vereinbarten Zeitraum positive Rückmeldungen aus dem Regelunterricht bekommen und eine Verbesserung des Lernverhaltens in der Bumerang-Gruppe festzustellen sein, kommt es zu einer vollständigen Teilnahme am Unterricht.

Die vereinbarten Förderziele und Erziehungsvereinbarungen werden überprüft und in einem Abschlussgespräch mit den SuS, Eltern und der Klassenleitungen besprochen.